JEDER IST EIN KÜNSTLER! (JOSEPH BEUYS)

Was ist Poetry Slam?

Ob das nun wirklich stimmt und unbedingt unser Anspruch sein sollte, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass Poetry Slam-Bühnen jedem offen stehen und die klassische Hierarchie zwischen dem "Künstler" auf und "Publikum" vor der Bühne aufbrechen.


Poetry Slam wurde Ende der achtziger Jahre von Marc Smith in Chicago aus der Taufe gehoben und ist eine Dichtkunst, die durch ihre Andersartigkeit genau den Nerv der Zeit trifft. Um die Wette dichten und dadurch die Begeisterung für das Wort entdecken. Marc Smith wollte einen anderen Weg finden und eine unkonventionellere Form des poetischen Ausdrucks etablieren. Poetry Slam, das ist - zumindest technisch gesehen - ein Wettstreit der Dichter und Poeten, in welchem es darum geht das Publikum in einer gewissen Zeitspanne (in Heidelberg 6 Minuten), in seinen Bann zu ziehen.


Bewertet werden dabei sowohl Inhalt, als auch Vortragsweise, denn es kommt erfahrungsgemäß nicht immer darauf an was man macht, sondern wie man dabei aussieht...

So bricht der Poetry Slam aus den gängigen Vorstellung über eine Dichterlesungen aus und eröffnet für Publikum und Vortragende ganz andere Räume, in denen es lebendiger zugeht und es unzählige Möglichkeiten des Ausdrucks gibt. Poetry Slam ist immer ein Zusammenspiel aus Publikum und Vortragendem, da vieles von der Atmosphäre abhängt und ein Abend nie voraussehbar ist.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, es gibt kein Text-oder Performancerezept, nachdem gedichtet oder erzählt werden muss. Erlaubt ist alles was selbst verfasst ist und so lässt sich vom Komödianten, über den egozentrischen Selbstdarsteller und Querschläger bis hin zum gesellschaftskritischen Mitdenker alles finden. Manche erzählen auch einfach nur Geschichten oder spielen mit Worten. Auf jeden Fall kann sich der Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt durch verschiedenste Wortwelten gefasst machen.